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Total Film-Interview mit Lena Headey (22. März 2007)

Total Film trifft Lena Headey

"Es fühlte sich an wie Bon Jovi in den Achtzigern..."

Sind Sie überrascht vom Erfolg des Filmes?

Naja, Zack hatte ein dreiminütiges Stück, bevor wir einander überhaupt trafen, und er hatte dieses Anschauungsmaterial gemacht, um Warner Bros zu zeigen, was er dachte. Ich sah es und dachte, dies ist irgendwie unglaublich. Es war sehr grob gemacht und während es lief, dachte ich, dass es wirklich spannend werden könnte.

Es ist etwas Neues und ziemlich mutig, es nach dort draußen zu bringen, weil Menschen sehr leicht über etwas lachen. Ich freue mich einfach sehr für Zack; er hatte es jahrelang in seinen Händen und er hat gemacht, was er machen wollte, und es wurde brilliant finanziell.

Wie leicht war es für Sie Königin Gorgos Charakter zu erschaffen – Sie ist eigentlich nicht im Comic. Wurden Sie in ihre Erschaffung miteinbezogen?

Als ich Zack traf, war es schon im Script. Also hatte ich keinen Anteil daran, weitere Sachen für sie zu schreiben. Es klingt wirklich böse, aber denke nicht viel darüber nach, es ist mehr Instinkt.

Wenn man etwas machst, will man immer die ersten paar Tage noch einmal drehen, weil man gerade erst herausfindet, wohin man geht. Und gewöhnlich endet es darin, dass man mit den großen Szenen beginnt; sie machen immer eine der großen Szenen in den ersten paar Tagen. Deswegen ist es mehr oder weniger eine Reise, die instinktiv ist, eher als allzu viele Gedanken hineinzustecken.

'300' ist ein Hit unter Frauen. Ist das eine Überraschung für Sie?

Für mich persönlich liebe ich es. Ich finde, es ist ein großartiger Ritt und es ist unterhaltsam. Ich denke, wenn Menschen weiter hineingehen und sie es - aus welchem Grund auch immer - voher nicht mögen wollen, kommen sie heraus und sie lächeln. Du fühlst dich einfach, als hätte dich dieser Moment gerockt. Es ist nicht schwer sich die Männer anzuschauen - und es gibt viele von ihnen - und wenn dich das anturnt, dann ist es sexy.

Wie würden Sie ihren Charakter beschreiben?

Sie ist emotional ähnlich gebaut wie ein Mann, sie geht mit Dingen um wie ein Mann. Es gibt keinen femininen Moment oder eine Möglichkeit in Stücke zu fallen. Es ist praktisch überdacht hinsichtlich der Emotionen.

Werden Ihre Erfahrungen Ihnen helfen, Ihren Sarah Connor Character in der Terminator TV Show aufzubauen?

Ja, hoffentlich, oder es wäre ein wenig Shit. Obwohl ich mehr Kleider tragen und anders sprechen werde.

Was war der schwierigste Aspekt des Drehs?

Es war eigentlich nicht schwierig – eigentlich nicht, es ist spannend. Manchmal ist es sehr langweilig, diesen Job zu machen, weil man irgendwie herumsitzt. Aber es ist so ein toller Ort - und so ein guter Job.

Wenngleich sich manche Schauspieler gerne beschweren...

Deine Tage sind lang, Mann. Man kann manchmal einen guten 18-Stunden Tag machen und es ist endlos und ermüdend, weil du ein bestimmtes Energielevel beibehalten musst, da, wenn dies zu schwinden beginnt, auch die Konzentration abfällt. Aber nur in dieser Hinsicht - ansonsten ist es keine Anstrengung.

Sie haben britische Filme und Hollywood Filme gemacht – gibt es einen Unterschied darin, wie sie gemacht werden?

Budget (lacht). Es gibt einen Unterschied. Ich denke wegen des Zartgefühls der beiden. Ich sage nicht, dass die Briten nicht professionell sind, weil sie es sind, es gibt einfach mehr zu lachen an britischen Sets.

Es ist die britische Sensibilität, also ist jeder nur ein bisschen doofer und weniger sicherheitsorientiert. Aber Amerika hat den Kraft Service, also gewinnen sie spielend. Wir haben keine Snacks, das würde ich gerne sagen. Bei den Briten ist es eher "Tee-Zeit" und vielleicht bekommt man pampige Sandwiches und einen pampigen Keks.

Was zog Sie zu dem Projekt? War es das vorvisuelle Zeug oder das Drehbuch – weil wir uns nicht vorstellen können, wie es auf Papier aussehen würde, wenn wir ehrlich sind...

Ja, genau. Ich las es und mochte die Tatsache, dass es darin einen weiblichen Charakter gibt. Und wie ich sage, sie ist die typische Frau aus Filmen wie diesem. Und als ich Zack traf wurde all das sehr klar.

Wir sahen die drei Minuten der visuellen Idee und alles kam zusammen und man denkt: "Es fühlt sich an wie ein Risiko, aber das ist alles." Alles was du tun wirst, ist da draußen - jeder kann es kritisieren und sagen, was er will. Wenn man also hineinspringt, ist es das Beste mit jemandem wie Zack hineinzuspringen, weil sie meinen "Das ist, was ich machen möchte" und es ist großartig jemanden zu haben, der so gründlich und entschlossen mit etwas ist.

Wie war die Comic-Con für Sie?

Sie war nur von Gerry Butler Fans bevölkert; buchstäblich schreiende Frauen, als wäre Elvis im Gebäude. Ich glaube nicht, dass irgendjemand mich ansprach oder ansah. Es ist bizarr, weil Menschen verrückt danach sind. Mit Zacks schreienden Fans fühlte es sich an wie Bon Jovi in den Achtzigern.

Haben Sie irgendein körperliches Training gehabt?

Ich kam an und sie alle waren schon seit sieben Monate in dem Regime, das sie hatten. Und sie alle waren sehr durchtrainiert und ernährten sich von Hühnchenbrust. Und ich dachte nur "Ich werde die Brownies nehmen, danke. Und ich werde ein Nickerchen halten, wenn ich schon mal dabei bin."

Wurde auch mal einer draufgemacht?

Sie sind alle Briten und Kelten, also muss ich das nicht näher ausführen.

Warum der britische Cast?

Geld. Die Anfangsausgaben. Ich weiß nicht, aber ich denke es funktioniert wirklich.

Ist das die Art der Dinge, die Sie interessiert wären anzusehen?

Ich pflegte ein wirklicher Snob zu sein, bezüglich welche Filme ich machte. Am Anfang hatte ich ein Ideal, aber die Auswahl und der Pfad passieren nur sehr wenigen Menschen und ich muss mich auch über Wasser halten in meinem Leben. Ich schätze mich glücklich, das zu machen, was ich mache. Und es gibt viele Dinge, die ich tun will, und was auch immer meinen Geschmack findet zu jenem Zeitpunkt, und wenn es funktioniert, dann ist es großartig. Der Trailer allein bringt mich dazu, es zu sehen. Ich liebe all das. Ich mag es, einfach nur im Kino zu sitzen; wenn die Lichter ausgehen fühle ich mich sehr friedvoll und sehr sicher. [Ich mag es] einfach dadurch auf eine Reise irgendwohin mitgenommen zu werden, auch wenn es einen wütend machen kann und man danach zusammen über einem Glas Wein über darüber diskutiert.

Was war Ihr Ideal - würdige Projekte?

Yeah, als ich jünger war dachte ich 'Okay, ich werde nie nach LA gehen und ich werde nur Arbeit für 50p machen' und all jene großartigen Projekte, die ich liebe und verehre. Es gibt eine ausgewählte Gruppe, die sie immer und immer wieder tun, und das ist großartig und sie sind wundervoll. Aber um dazu fähig zu sein, jene Dinge zu tun muss man aufbrechen und etwas Großes und Verrücktes machen, um zurück zu gehen und jene Dinge zu machen, die einen auf eine andere Art erfüllen. Also gibt es jetzt eine Balance und ich denke, alles hat seinen Platz. Das hat sich verändert.

Wie lässt sich Zack mit Terry Gilliam vergleichen...

Erst einmal: Zack ist nett und ein menschliches Lebewesen. Ich denke er hat ein Herz, das schlägt, was den Hauptunterschied darstellt.

Das klingt, als hätten Terry und Sie eine wundervolle Beziehung!

Sagen wir, wir werden nicht auf die Geburtstage des anderen gehen; die Einladungen würden so oder so nicht aushändigt.

Es muss frustrierend sein, so wie der Film endete...

Die ganze Erfahrung war von Anfang an ziemlich intensiv. Es war wohl bekannt, dass ich nicht seine Wahl war. Indem ich das wusste und mir das den ganzen Dreh lang bewusst gemacht wurde, war nicht angenehm. Deswegen war es ziemlich wie ein Ausbildungslager, also jetzt bin ich für alles bereit.

Was fühlen Sie über die Art und Weise, wie '300' politisch angenommen wurde...

Es gibt immer diese Möglichkeit, wenn man mit einem Krieg und Ländern handelt. Aber Franks Roman ist frei nach auf einem historischen Geschehnis geschrieben und es ist Unterhaltung. Und es ist ein Film und es ist verrückt und groß und laut. Ich weiß, was wir gemacht haben. Zeigen wir unsere Kunst nicht, weil sie in Frage gestellt wird?

Mögen Sie Premieren und Dinge wie diese oder ist es ein notwendiges Übel?

Ehrlich gesagt, und ich sage das nicht einfach nur, mag ich diese Seite davon nicht besonders. Es ist notwendig, wenn man hinter etwas sein will. Aber ich wünsche, ich könnte es unterhaltend finden. Ich finde es einfach eigenartig und ein wenig überwältigend. Es ist lustig. Man steckt in einem geliehenen Gewand und man versucht nicht erschrocken auszusehen.

Momentan gibt es eine Welle dieser jungen, erfolgreichen Regisseure in Hollywood, wie Eli Roth. Würden Sie mit jungen optimistischen Regisseuren weiterzuarbeiten wollen, im Gegensatz zu den Gilliams der Industrie?

Yeah, das erste, was man bekommt, ist das Drehbuch und es kann wirklich deine Einstellung verändern, wenn man das Team oder den Regisseur trifft. Es kann einen sehr beeindrucken - so oder so. Manchmal ist es erschreckend. 'Es war großartig, bis ich den Raum betreten habe.' Man lernt auch sehr viel. Man liest über etwas, das höllisch schwer zu machen war und ich bin dafür einfach nicht mehr bereit. Und es ist es nicht wert - es ist die Tortur der Emotionen nicht wert. Es sollte kreativ sein und Spaß machen. Ich denke, das Filmemachen ist ein Prozess, und es sollte nicht einfach das Endprodukt sein.

Mit so etwas genossen Zack und wir alle das ganze Ding. Und ich danke, das ist, was man sieht – man nimmt das einfach auf der Leinwand auf, dass es jeder genossen hat.

Originalinterview © Total Film, alles andere © 2006-2007 LenaHeadey.de-Team | Letzte Aktualisierung am 9. Mai 2007