Close-Up Film-Interview mit Lena Headey (März 2007)
Lena Headey (Königin Gorgo) plaudert über 300
Wie wurden Sie in 300 involviert?
Ich erhielt das Drehbuch und traf dann Zack Snyder. Ich liebte seinen letzten Film 'Dawn of the Dead'. Er zeigte mir den Grafikroman, seine Zeichnungen und einen zehnminütigen Beispielfilm, den er zusammengestellt hatte. Es war so aufregend! Ich dachte sofort, dass ich Teil davon sein wollte.
Wie bereiteten Sie sich auf die Rolle der Königin Gorgo vor?
Ich musste nicht durch den ganzen Trainingsprozess gehen, den die Männer hatten, da Gorgo nicht sonderlich viel kämpft. Ich hätte es liebend gerne gemacht, weil ich all den körperlichen Kram mag. Aber ich habe viel mit Zack über die spartanische Gesellschaft und ihre Kultur gesprochen.
Was war für Sie die größte Herausforderung in der Rolle?
Einfach ruhig zu sein. Zu lernen Gorgos wirkliche Gefühle zu verbergen, weil ich nicht so bin.
Was haben Sie mit ihr gemein?
Ich denke ich bin wie sie ziemlich zielstrebig. Ich kann auch wirklich dickköpfig sein und Dinge mich für eine lange Zeit nicht beeinflussen lassen. Aber andererseits weine ich mehr - deswegen wäre ich vermutlich eine schreckliche Königin Spartas gewesen.
Wie fühlten Sie sich als eine der wenigen Frauen unter all jenen spartanischen Männern?
Ich wollte, dass sie eine Balance zu all den Männern ist und nicht um ihren Verlust weint, während sie kämpfen. Ich wollte, dass Gorgo unglaublich stark und gleichberechtigt zu Leonidas in Bezug auf die emotionale Stärke ist.
Wie ist Gorgos Beziehung zu Leonidas?
Ich glaube ist voller unausgesprochenem Verständnis, voller absolutem Respekt füreinander. Sie ist unglaublich selbstlos und würde ihn nie bitten nicht zu gehen und kämpft gegen die Angst ihn zu verlieren.
Wie war es mit Gerard Butler zu arbeiten?
Er ist großartig als König Leonidas und sehr konzentriert und professionell. Und er ist so lustig. Wenn man mit jemandem lachen kann, ist dein Job viel leichter.
Was halten Sie von Xerxes, der Leonidas' zum Verhängnis wird?
Ich liebe diesen Charakter! Er ist so eingebildet. Das ganze Konzept ist großartig, wie ein altmodischer Schurke.
Gorgo hat im Film eine stärkere Präsenz als im Comicbuch.
Ja, Zack gab ihr eine größere Präsenz im Film. Im Buch erscheint sie nicht viel und hat eine schlechte Frisur.
Haben Sie Frank Miller getroffen?
Ja, kurz am Set. Er war für ein paar Tage dort und ich bin glücklich, ihn getroffen zu haben.
Wie waren die Dreharbeiten in Kanada?
Es war kalt, aber so eine aufregende Erfahrung. Es war wegen Zack ein lustiges Projekt und es gab eine tolle Eigendynamik, die im Verlauf der Dreharbeiten aufgebaut wurde. Man konnte nicht anders, als sich von all dieser Begeisterung anstecken zu lassen.
Haben Sie sich im Umgang mit den Spezialeffekten wohl gefühlt?
Ich hatte schon zuvor ein wenig mit Spezialeffekten gearbeitet. Deshalb wusste ich, was ich zu erwarten hatte. Aber hier hatte ich nicht allzu viel zu tun. Die Jungs hatten eine härtere Zeit mit der CGI.
An wen denken Sie wird sich '300' richten?
Ich denke es wird alle ansprechen: Männer, Frauen und Kinder - wenn sie alt genug sind. Und das Thema ist so gewaltig, es erinnert mich an Spartacus - in dem Sinne, dass man diesen hinreißenden Mann hat, der seine Frau liebt und für sein Land und das, woran er glaubt, kämpft. Es ist der optimale Film für ein Date.
Wieviel von '300' sind Zack Snyders Visionen?
Ich denke alles davon. Es ist seine Vision, seine Ausarbeitung und seine Durchführung. Und die Art, wie er mit Menschen, Schauspielern, der Crew umgeht, ist großartig. Er hat ein standhaftes Vertrauen in das, was er tut, was genial ist. Er ist brilliant.
Als Schauspieler muss es wunderbar sein, wenn man sich auf einen Regisseur verlassen kann.
Ja, es ist so wunderbar! Weil einige Regisseure nicht wissen, was sie wollen, und dewegen macht man einfach weiter, ohne wirklich zu wissen, wo man ist. Das passiert mit Zack nicht.
Wie fühlten Sie sich, als Sie '300' das erste Mal komplett sahen?
Es haute mich um! Jeder, der an dem Film gearbeitet hatte, hat einen so schönen Job gemacht. Und es hätte auch nur visuell toll sein können, aber es hat alles, was ein Film haben muss.
Es ist so ein gewaltiger Moment, wenn Leonidas und Gorgo sich voneinander verabschieden.
Ich glaube diese Szene kommt wirklich gut rüber. Sie bewirkt, dass die Zuschauer beide gerne unterstützen würden. Und in diesem Abschied ist kein Drama, als sie ihm sagt, dass er mit seinem Schild oder darauf wiederkehren soll, weil er für die Freiheit kämpfen muss.
Weil der Kampf der Spartaner gegen die persischen Eindringlinge vor allem ein Kampf für die Freiheit ist.
Das ist er sicherlich. Der ganze Film ist darüber und die geringe Anzahl Männer, die Minderheit, kämpfend für ihre Unabhängigkeit und für ihr Recht so zu existieren, wie sie es wählen, ohne betteln zu müssen oder von höheren Mächten abzuhängen. Es ist ziemlich wichtig und grundlegend.
Was ist Freiheit für Sie?
Etwas so wichtiges, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es mir genommen würde. Eine andere Macht um Erlaubnis fragen zu müssen, würde beängstigend sein. Wir als menschliche Lebeswesen sind so unglaublich, ausgefallen und leidenschaftlich - und all das ausgeschlagen zu bekommen, wäre schlimmer als der Tod. Deswegen ist diese Schlacht historisch so wichtig. Aber in jedem Film gibt es immer einen Charakter, der für seine Freiheit kämpft.
